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Pfarrei St.-Vitus

"Von der Erde sind wir genommen, und zur Erde kehren wir zurück." - Dieser Satz aus der Begräbnisliturgie will uns nicht nur die Endlichkeit unserer Existenz vor Augen stellen. Er will uns auch bewusst machen, dass wir Teil der Erde sind, unweigerlich mit unserem Planeten und seinem Schicksal verbunden. Die Erde, die uns trägt, ernährt uns auch.

Nicht von ungefähr nennen die indigenen Völker der südamerikanischen Anden sie Pachamama - Mutter Erde. Und in den Basisgemeinden im brasilianischen Bahia wird gesungen: "Die Erde ist unsre Mutter, sie nährt uns mit Überfluss. Gibt Erdäpfel, Mais und Bohnen, gibt uns Früchte zum Genuss!" Indigene Völker und Kleinbauern haben sich eine besondere Beziehung zur Erde bewahrt. Sie ist mehr als ein Nahrungsmittellieferant, der beliebig ausgebeutet und industriell für die Massenproduktion verwertet werden kann. Das Gespür für die Lebenskreisläufe in der Natur und für ihre Verletzlichkeit ist noch nicht verloren gegangen. Mit Ehrfurcht und Respekt wird die Erde behandelt, wie eine Mutter.

Auch für Papst Franziskus ist die Erde wie eine Mutter. Er  beginnt seine aufsehenerregende Umweltenzyklika, die im Juni veröffentlicht wurde, mit den folgenden Worten: 
"'Laudato si', mi' Signore - Gelobt seist du, mein Herr', sang der heilige Franziskus von Assisi. In diesem schönen Lobgesang erinnerte er uns daran, dass unser gemeinsames Haus wie eine Schwester ist, mit der wir das Leben teilen, und wie eine schöne Mutter, die uns in ihre Arme schließt."

Die Erde - von Gott aus Liebe geschaffen

In die Arme geschlossen werden, geborgen und angenommen sein - diese Ursehnsucht lebt in uns. Da Gott selbst die Liebe ist, umhüllt und umschließt er uns auch mit der Welt, die er aus Liebe geschaffen hat: Mit Sonnenstrahlen, Luft und Düften, mit köstlichem Wasser und fruchtbarer Erde. Spüren wir diese Umarmung? Nehmen wir uns Zeit, sie zu meditieren und auszukosten? Gerade unsere Zeit, die oft so voller Hetze und Lärm ist, braucht das Innehalten, die Stille.

(katholisch.de)